Vertreterversammlung

Volksbank Hunsrück-Nahe trotzt Niedrigzinsen mit gutem Jahresabschluss

Simmern. Bis auf den letzten Platz gefüllt war am 13. Juni die Hunsrückhalle, als der Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank Hunsrück-Nahe, Günter Heß, die Vertreterversammlung des Kreditinstituts eröffnete. Da im vergangenen Jahr die Wahlperiode der Vertreterversammlung abgelaufen war, konnte Heß unter den Anwesenden auch 53 neue Vertreter begrüßen.

Herausforderungen der nächsten Jahre

Vorstandsmitglied Jürgen Schmidt legte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf die Herausforderungen, denen sich die Bank in den nächsten Jahren stellen muss. Hierbei streifte er die bekannten Themen der demografischen Entwicklung, der – wie er sagte - überbordenden Regulatorik und der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Zentralbank. Ausführlich widmete sich Schmidt der fortschreitenden Digitalisierung, „die längst auch Einzug in die Bankenwelt gehalten halt.“ Anschaulich spannte er den Bogen von den digitalen Anfängen mit der Einführung von Bildschirmtext und der Installation der ersten Geldautomaten bis hin zu der von überall aus - via PC oder Smartphone - und rund um die Uhr erreichbaren Online-Filiale der Bank. „Die Digitalisierung verändert auch ganz entscheidend das Kundenverhalten. Ein Kunde hat im Durchschnitt ein- bis zweimal jährlich über die Filiale Kontakt zu seiner Bank, aber ca. 250-mal per PC oder Smartphone“, führte Schmidt aus und ergänzte „Dem müssen wir Rechnung tragen, indem wir unsere digitalen Zugangswege weiter ausbauen und unseren Kunden von morgen einen barrierefreien Wechsel zwischen allen verschiedenen Kanälen – einschließlich der Filiale – ermöglichen.“

Bank wird künftig von 2 Vorständen geleitet

Abschließend gab Vorstand Schmidt das Ende seiner aktiven Laufbahn und den Eintritt in den Ruhestand zum 1. November bekannt. Mit seinem Ausscheiden reduziert sich das Vorstandsgremium auf die zwei Mitglieder Erik Gregori und Frank Schäfer. Einen Teil seiner Aufgaben übergibt Schmidt an den am Jahresanfang zum Generalbevollmächtigten ernannten Prokuristen Michael Auler.

Verlauf des Geschäftsjahres 2016

Den Verlauf des Geschäftsjahres 2016 präsentierte Erik Gregori. Die Bilanzsumme ist deutlich um 3,7 % auf 1.219,4 Millionen Euro angestiegen. Das sogenannte betreute Kundenvolumen konnte ebenso wie die Kundenforderungen (+ 13 Mio. €) und die Eigenanlagen (+ 14 Mio. €) auf insgesamt 2.200 Mio. € gesteigert werden. Die Erträge der Bank haben sich insgesamt um 6 % reduziert. Bedingt durch die anhaltende Niedrigzinspolitik reduzierte sich der Zinsüberschuss um 2,2 Mio. € auf nunmehr 27,8 Mio. €. „Gleichzeitig ist es uns jedoch gelungen, sowohl unsere Personal- als auch unsere Sachkosten um insgesamt 4,3 % zu reduzieren. Der Bilanzgewinn in Höhe von 2,1 Mio. € ermöglicht uns eine Dividendenzahlung in Höhe von unverändert 4 %“, erläuterte Gregori das Zahlenwerk.

Bank gründet Stiftung

Seine Ausführungen beendete Gregori mit der Ankündigung, noch in diesem Jahr die gemeinnützige „Regionalstiftung Hunsrück und Nahe“ ins Leben zu rufen. „Wir wollen unser soziales Engagement in unserer Region noch weiter ausbauen. Zudem bietet eine solche Stiftung auch Privatpersonen die Möglichkeit, über sogenannte Zustiftungen ganz konkrete Projekte zu unterstützen“ erläuterte Gregori das Vorhaben.

Wahlen / Ehrungen

In den turnusmäßigen Wahlen wurden Ingrid Berg, Manfred Dalheimer und Norbert Kaefer in ihren Aufsichtsratsämtern bestätigt. Für den bisherigen stellvertretenden Aufsichtsrats-vorsitzenden Peter Schneider war – aufgrund des Erreichens der satzungsmäßigen Altersgrenze – eine Wiederwahl nicht möglich. Ihm wurde jedoch noch eine besondere Ehrung zuteil. Für seine langjährigen Verdienste überreichte Vorstand Erik Gregori dem scheidenden Aufsichtsrat die Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes in Silber. Auch der Aufsichtsvorsitzende wurde geehrt; für seine nunmehr 30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit erhielt Günter Heß die Goldene Ehrenmedaille des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes.