8 richtig teure Fehler bei der Geldanlage

Geldanlage ist ein kompliziertes Thema. Und eines, bei dem für unerfahrene Anleger viele Gefahren lauern. Dennoch: Wenn Sie die typischen Stolpersteine kennen und wissen, wie Sie diese umgehen, sind Sie gut gerüstet, Ihr Geld erfolgreich anzulegen.

1. Das Tagesgeld: Die Entscheidung fürs Gewissen

Parken Sie Ihr Erspartes aktuell auf einem Tagesgeldkonto? Meiden Sie die Börse aus Angst vor möglichen Verlusten? Dann stecken Sie mitten drin in der Falle Nummer 1.

Sich überhaupt nicht mit dem Thema zu befassen ist der wohl teuerste - gleichzeitig aber auch häufigste - Fehler bei der Geldanlage.

Woran liegt es, dass wir, statt nach gewinnbringenden Alternativen zu suchen, lieber alles vor sich hin plätschern lassen? Der Grund dafür ist menschlich. Schuld ist unser Gewissen. Keine Entscheidung zu treffen bedauern wir weit weniger als eine falsche Entscheidung zu treffen. Sicher kennt jeder den Gedanken: "Wäre ich damals zu dem Zeitpunkt an der Börse eingestiegen, hätte ich heute...". Im Nachhinein stellen wir nämlich fest, dass wir mehr aus unserem Geld hätten machen können.

Um dagegen lenken zu können, werden Ihnen die folgenden Beispiele eine Hilfestellung sein.

  

2. Davon wollte ich eigentlich ein Haus kaufen

Eines erleben die Berater leider viel zu oft: Die frühzeitige Auflösung langfristiger Sparpläne. Egal ob Bausparvertrag, Lebensversicherung oder Aktien- oder Fondssparplan.

Bei einer frühzeitigen Kündigung gehen oft hohe Prämien verloren, Gebühren fallen an. Unterm Strich erhalten die Kunden teilweise sogar weniger Geld, als Sie angelegt haben.

Ursache für eine vorzeitige Auflösung ist in den meisten Fällen ganz einfach unzureichende Planung. Wer mehr aus seinem Geld machen möchte, sollte seine Ausgangslage kennen und die Geldanlage möglichst optimal auf die Faktoren abstimmen:

  • Was ist das Ziel Ihrer Geldanlage? Wofür möchten Sie konkret sparen?
  • Wie hoch ist der Betrag, den Sie anlegen oder sparen möchten?
  • Gibt es noch Kredite, die zurück bezahlt werden sollten?
  • Wie hoch sind die monatlichen Einnahmen und Ausgaben?
  • Welche Veränderungen müssen in den kommenden Jahren berücksichtigt werden? Möchten Sie eine Familie gründen oder ein Haus kaufen? Steht ein beruflicher Wechsel oder der Renteneintritt an?

Unser Tipp: Schreiben Sie Ihr persönliches Sparziel auf. Und zwar so, dass Sie es regelmäßig sehen: Im Kalender oder auf der Pinnwand. So ist es wahrscheinlicher, dass Sie es auch erreichen. Mit einem konkreten Ziel vor Augen fällt das Sparen leichter.

  

3. Fünfzehn Euro Verlust? Kündigen! Alles Abziehen!

Dass Sie Ihr Geld nicht richtig investiert haben, merken Sie, wenn Sie panisch reagieren, weil Ihre Geldanlage kurzfristig 4% Minus gemacht hat. Aber auch, wenn Sie regelmäßig verärgert darüber diskutieren, dass Sie auf Ihr Sparbuch nur "die paar Cent" Zinsen erhalten.

Eine Geldanlage, die garantierte Sicherheit und überdurchschnittlich hohe Rendite erwirtschaftet gibt es nicht. Sicherheit und Ertrag stehen bei der Geldanlage im Gegensatz zueinander. Und von beidem kann man zu viel oder zu wenig haben.

Jeder Mensch hat sein eigenes Maß an Risikobereitschaft. Wichtig ist eine Geldanlage zu finden, die auf Ihre persönliche Risikobereitschaft zugeschnitten ist.

Unser Tipp: Der Risikoprofilcheck von Union-Investment.

  

4. Alles auf eine Karte setzen

Geschichten von "Ich kenne jemanden der an der Börse all sein Geld verloren hat" kennt jeder. Und wirklich niemand soll nun all sein Erspartes in hochspekulative Aktien stecken. Aber ebenso muss kaum jemand sein komplettes Vermögen mit 100%iger Sicherheit zu quasi 0% Zinsen anlegen.

Risiko ist nicht automatisch per se etwas Schlechtes. Wer sein Vermögen breit streut und einen langen Anlagehorizont hat, kann das Verlust-Risiko deutlich senken.

Um die Risiken zu senken, verteilen Sie Ihr Vermögen auf möglichst unterschiedliche Anlageformen, Branchen und Länder. Auch Immobilien, Rentenfonds oder Edelmetalle. Risikobegrenzung bedeutet Risikostreuung - dieser einfache Grundsatz wird regelmäßig missachtet.

  

5. "All in" - Alles investiert und deshalb nichts gewonnen

Sie kennen nun also Ihre Risikobereitschaft. Sie haben nach passenden Anlageformen gesucht und gleich 3 Produkte gefunden, die perfekt zu Ihren Bedürfnisse passen. Um das Risiko zu minimieren, verteilen Sie nun all Ihr Geld auf genau diese 3 Produkte. Richtig? Nein - Falsch!  Warum?

Weil das Leben spielt, wie es eben will. Nächsten Monat meldet sich Ihre Werkstatt: Für die Reparatur Ihres Autos sind 1.600 € fällig.

Kein seltener Fall. Häufig müssen Kunden dann den Dispo ihres Kontos in Anspruch nehmen, obwohl sie Sparverträge mit hohem Guthaben haben.

Unser Tipp: Um zu vermeiden, dass Sie Ihr Girokonto überziehen müssen, sollten Sie sich einen Notgroschen auf Seite legen. Am besten so, dass Sie jederzeit über Ihr Geld verfügen können. Wie hoch dieser sein sollte muss jeder für sich selbst entscheiden. In der Praxis empfehlen wir unseren Kunden etwa zwei bis drei Monatsgehälter auf die Seite zu legen.

6. BIS ZU 12% RENDITE!!! Nur hier, nur heute!!!

Wenn Sie die ersten 2.000 oder 5.000 Euro gespart haben und ein Flyer von einer Firma Ihnen bis zu 12% Rendite verspricht und Sie am nächsten Tag Ihr hart erspartes Geld an diese Ihnen bis dahin völlig unbekannte Firma überweisen, dann haben Sie diesen Fehler schon begangen.

Schon klar - jetzt denken Sie „Passiert mir nicht“. Aber hochprofessionelle Werbemittel, überzeugende Verkäufer, eine Geld-zurück-Garantie und „tausende zufriedene Kunden“ sorgen manchmal dafür, dass uns kurzzeitig die Argumente ausgehen und dieser kleine Augenblick reicht aus.

Wann immer sich jemand auf so ein Angebot einlässt, die Geschichte endet immer gleich. In den ersten ein zwei Jahren sehen Sie Gewinne, die Sie nicht mal im Traum daran denken lassen, je wieder woanders zu investieren. Es folgen ein paar kleinere Vermittlerwechsel. Alles gut, bis zu dem Tag, an dem Sie Ihr Geld zurück wollen: Dann werden Sie Zeuge unendlicher Hinhalte-Taktiken gegen die selbst Anwälte machtlos sind.

Unser Tipp: Investieren Sie nur in etwas, was Sie auch verstehen. Finger weg von Angeboten, die zu schön sind um wahr zu sein. Vor allem auch, wenn Bekannte oder Freunde damit angeblich noch so gute Erfahrungen gemacht haben.

7. Sparen, bis die Million voll ist

Ja - auch das erleben wir. Aber wenn hochgesteckte Ziele überambitioniert verfolgt werden, stellt sich über kurz oder lang Frust ein. Sparsam sollte niemals "spaßarm" bedeuten.

Denn wer jeden Euro, der nicht unbedingt benötigt wird auf Seite packt, der muss bei der kleinsten Unregelmäßigkeit Geld vom Sparkonto abheben. Die Abhebungen werden bei betroffenen Personen zur Regelmäßigkeit und das Sparkonto dient bald mehr oder weniger als Girokonto. Die Folge: Der Spargedanke ist hinüber, die gesetzten Ziele rücken in weite Ferne und der Sparer gibt frustriert auf.

Unser Tipp: Planen Sie nicht zu knapp. Wenn kein Geld für Ihren persönlichen Spaß übrig bleibt, macht sparen einfach keinen Spaß. Spezialisten empfehlen monatlich insgesamt etwa 10% des Nettogehalts zu sparen.

 

8. Das passt, das bleibt jetzt so

Wichtig bei der Geldanlage ist über einen längerfristigen Zeitraum hinweg auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten. Langfristig orientiert heißt aber nicht, dass man die Dinge schleifen lassen sollte.

Ihre Lebenssituation ändert sich ständig und Ziele, Vorlieben oder Rahmenbedingungen ändern sich mit. Ihre Geldanlage sollte sich dem stets anpassen. Wenn Kunden erfahren, dass Ihr Ex-Partner immer noch als Begünstigter in der Lebensversicherung hinterlegt ist, sorgt das schon mal für erstaunte Gesichtsausdrücke.

Verschaffen Sie sich also regelmäßig einen Überblick. Je nach Umfang des Vermögens sollten Sie sich mindestens alle zwei Jahre Zeit nehmen, die eigenen Finanzen hinsichtlich Ihrer Ziele und der aktuellen Situation auf den Prüfstand zu stellen.

  

 

Erkennen Sie sich in einem der Beispiele wieder? Welche Fehler bei der Geldanlage haben Sie selbst schon gemacht? Stecken Sie fest, bei der Suche nach Alternativen, oder wissen Sie gar nicht wo Sie anfangen sollen? Lassen Sie es uns wissen.